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Pflegetips für Bambuspflanzen

Die Pflanzung

Zeitpunkt

Das frühe Frühjahr ab März ist die beste Pflanzzeit; jedoch kann Bambus bis in den Herbst hinein gepflanzt werden. Gut eingewurzelter Bambus ist besser winterhart.

Standort

Wählen Sie einen Standort, an dem es warm und sonnig, aber nicht zu windig wird.Wenn möglich, sollte beachtet werden, daß der Bambus bei Frost vor stärkerer Sonneneinstrahlung geschützt ist. Der Boden soll humushaltig und durchlässig sein; trotz hohem Nährstoff- und Wasserbedarf muß Staunässe vermieden werden.

Platzbedarf

Der Platzbedarf richtet sich nach der erwarteten Wuchshöhe der einzelnen Sorte. Bei Einzelplanzung sollte 1/3 bis 1/2 Höhe eingeplant werden. Bei Hecken reicht ein Abstand von 1/4 der erwarteten Höhe. Bambus, außer horstbildende Arten wie z.B. Fargesia treiben unterirdische Ausläufer. Um zu verhindern, daß diese unkontrolliert größere Flächen einnehmen, kann man den vorgesehenen Bereich durch ca. 2mm starke und 50-70cm hohe Hartkunstoff-Folie eingefassen, wobei die Oberkannte der Folie etwa mit der Erdoberfläche abschließen soll. Mauern etc. erfüllen den gleichen Zweck; dünne Teichfolie oder Holz sind jedoch nicht geeignet.

Bodenvorbereitung

Der Boden sollte ungefähr doppelt so tief und doppelt so breit wie der Wurzelballen ausgehoben werden. Die Planzerde kann mit Humus oder Mistkompost und ggf. auch mit Sand je nach Beschaffenheit angereichert werden.

Pflanzung

Der Wurzelballen sollte nur so tief eingesetzt werden, daß er maximal mit 5 cm Erde bedeckt ist. Die Erde sollte nicht stark angetreten werden, um Schädigung der Rhizomknospen zu vermeiden.
Um Neigung der Pflanze durch Wind zu verhindern, können hohe Pflanzen für eine gewisse Zeit angebunden werden,
Nach der Pflanzung sollte der Bambus sehr gut angegossen und ggf. mit Mulch aus Laub oder Komost abgedeckt werden, um Feuchtigkeitsverlust zu verhindern (kein Laub von Kastanien- oder Nußbäumen verwenden, weil dieses zuviel Gerbsäure enthält.)
In den folgenden Wochen muß die Pflanze gut feucht gehalten werden.

Gießen und Düngen

Bambuspflanzen benötigen viel Wasser, weil die zahlreichen dünnen Blätter viel Feuchtigkeit verdunsten. Man wird also bei länger anhaltender Trockenheit, auch im Winter zwischen Frostperioden gießen müssen. Die Blätter rollen sich bei Trockenheit zum Schutz gegen Verdunstung ein. Nachdem kräftig gegossen wurde, entrollen sie sich und werden wieder glatt und schön. Im Sommer nur ganz früh am Morgen oder nach Sonnenuntergang giessen, wobei auch die Blätter mit Wasser besprüht werden können.
Bambushecken sind nicht so sehr vom Austrocknen gefährdet wie Solitärpflanzen, weil sich die einzelnen Pflanzen gegenseitig beschatten. Hecken kann man auch durch einen Schlauch mit vielen kleinen Löchern bewässern.
Da Bambus sehr stickstoffbedürftig ist, sollte er möglichst im Frühjahr, wenn sich die ersten neuen Sprossen zeigen, reichlich gedüngt werden. Sehr geeignet ist mit Stroh vermischter, verotteter Pferde- oder Kuhmist.Steht kein tierischer Dünger zur Verfügung, kann handelsüblicher stickstoffhaltiger Dünger verwendet werden, der die Pflanze gleichzeitig mit Phosphor und Kalium versorgt (NPK-Dünger, Nitrophoska Blau, Nitrophoska perfect oder langsamfliessenden Dünger wie Osmocothe und Plantosan).

Schnitt

Bambus muß nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden. Die einzelnen Halme des Bambus werden etwa 8-10 Jahre alt. Da die jährlich neu gebildeten Zweige kürzer und die Blätter immer kleiner werden, sieht der Bambus nach ungefähr 5 Jahren nicht mehr so attraktiv aus. Man sollte dann diese älteren Halme bodeneben abschneiden, damit die neuen, jüngeren besser zur Geltung kommen. Auch sollte man nur die vollkommenen neuen Halme stehen lassen, um die charakteristische Eleganz des Bambus zu betonen.Bei Hecken bilden sich im Laufe der Jahre dichte Blätterschirme oben, während im unteren Teil die Belaubung geringer wird. Dadurch ist der Sicht- oder Windschutz eingeschränkt. In diesem Fall werden die älteren Halme jährlich herausgeschnitten. Durch die geringere Blattmasse wird dann weniger Nahrung und Wasser durch Sonnenenergie in pflanzliche Substanz umgewandelt. Der Bambus bildet dann nur die gewünschten mittelgroßen Halme.
Man kann die Halme auch nach Ausbildung aller Zweige im oberen Drittel abschneiden. Dadurch erreicht man eine stärkere Verzweigung und die Ausbildung von mehr Blättern, jedoch geht der eigendliche Wuchscharakter des Bambus verloren. Wichtig ist, daß die Zweige vollständig ausgebildet sind; sonst stirbt der gesamte Halm ab.
Bei Fargesia sollte man mit dem Schnitt ruhig Geduld haben. Wenn eine bestimmte Höhe erreicht ist, hängen die Halme oft stark über und verdichten so die Hecke zusätzlich. Auch hier sollte man nur die "störenden" Halme einzeln herausschneiden.

Winterschutz

Bambus ist bei Schnee besonders reizvoll, weil er durch seine Blätter und seine zarten Formen einen schönen Kontrast zur übrigen Landschaft bildet und so zum bezaubernden Mittelpunkt des Gartens wird.Schnee ist für den Bambus auch ein sehr guter Kälteschutz. Die bei uns erhältlichen Pflanzen vertragen problemlos Temperaturen unter -20° Grad über mehrere Tage.
Längere Frostperioden sind aber problematisch, nicht wegen der Kälte, sondern weil die Pflanze dann austrocknen kann. Schlimmer noch ist es, wenn zwischen Frostperioden die Sonne scheint.  Die Sonne erwärmt die gefrorenen Blätter und Halme; die Zellflüssigkeit dehnt sich aus und die Zellwände platzen. Die noch vorhandene Feuchtigkeit in den Blättern verdunstet in der Wärme. Da die Pflanze aber aus dem gefrorenen Boden keine Feuchtigkeit ziehen kann, vertrocknen Blätter, Halme und auch die in den Halmen bereits angelegten Knospen.
Wichtig ist daher, daß der Boden um den Bambus dicht mit einer Mulchschicht aus Laub oder Stroh bedeckt wird. Man kann z.B. einen Kaninchendraht im entsprechenden Durchmesser um den Bambus anbringen und diesen dann 20-30cm mit Mulch anfüllen, um etwas mehr Höhe zu erreichen und zu verhindern, daß der nächste Sturm alles verweht.
Durch die Mulchschicht wird der Boden bestenfalls nur oberflächlich gefrieren und der Wassertransport der Pflanze bleibt gewährleistet. An frostfreien Tagen sollte bei ausbleibendem Niederschlag auch gegossen werden. Allerdings darf der Boden dann nicht gefroren sein.
Optimal wäre Schneefall vor dem Frosteinbruch. Dann aber keinesfalls den Schnee sofort von den Blättern entfernen, auch wenn sich die Halme darunter biegen.
Grundsätzlich wartet man bei scheinbar abgestorbenen Bambus nach einem extremen Winter zunächst die wärmere Jahreszeit ab, wobei weiterhin auf ausreichende Bewässerung geachtet werden muß. Sehr oft erholt sich die Pflanze und ist dann nach einigen "Operationen" mit der Gartenschere wieder fast so schön wie vorher.
Bei normalen Wintern mit kurzen Frostperioden, Schnee, hoher Luftfeuchtigkeit braucht man sich keine Sorgen zu machen, wenn man beim Kauf der Pflanze auf entsprechende Winterhärte geachtet hat.

Ende